Schlemmt! ( oder warum es diesen Blog gibt! )

Kürzlich war ich Essen. In Rom. Mit einem Römer.

Der Abend beginnt bereits beim Aperitivo mit einer umfangreichen Analyse darüber, welches Restaurant denn nun das Geeignete sei. „Also“, sagt Alessandro, „ich habe da drei Osterien im Auge. Da kocht man noch wirklich römisch, ist das okay für dich?“ Natürlich, genau das will ich. „Benissimo“. Und auf geht der Fußmarsch durch Trastevere.

Osteria Nummer Eins hat leider geschlossen, bei Osteria Nummer Zwei schauen wir erstmal auf die Karte. „Hmmm, die hatten mal bessere Sachen, da scheint der Koch gewechselt zu haben. Komm, wir gehen weiter.“ Osteria Nummer Drei kenne ich schon. „Na dann suchen wir was anderes“.

Weiter geht’s. Etwa fünf bis zehn Osterien später – die meisten hatten geschlossen oder die Karte sah nicht so gut aus – landen wir dann doch wieder in Osteria Nummer Drei, die ich schon kenne. Da ist dann leider erst in einer halben Stunde ein Tisch frei. Wir reservieren und gehen einen zweiten Aperitivo trinken.

Dann endlich, wir sitzen im „Da Lucia“, einer dieser wirklich typischen Osterien Roms. Jeder Lichtdesigner würde ausflippen, es ist einfach nur „neongrellhell“, aber das stört hier niemanden, schließlich geht es ja ums Essen, nicht um Innenarchitektur. An der Wand, Bilder der Besitzer. Oma, Opa, Tante, Onkel. „Jetzt macht es der Neffe“, erklärt mir Alessandro und deutet auf einen etwa 30-Jährigen Mann, der am Nebentisch steht.

Wir bestellen. Nein,  er bestellt nach einer etwa 5-minütigen Debatte darüber, ob sich „Trippa alla Romana“ auch als Vorspeise eignet.  Er eignet sich: es gibt Trippa, Käse und Fagioli mit Tomaten.

Ich suche das Wort für „streng“ im Italienischen, es fällt mir aber nicht ein. Alessandro versteht trotzdem was ich meine. Der Trippa schmecke hier eben nicht streng, erklärt er, weil er lange in Milch gekocht werde mit etwas Minze darin, aber nicht Pfefferminze sondern einer wilden Minzart, die hier im Latium wächst. Menta selvatica.

Als Hauptgericht gibt es geschmortes Kaninchen und Coda alla Vaccinara.  Ich stopfe mir die Serviette – gar nicht ladylike – in den Ausschnitt meines T-Shirts.  Mein Gegenüber grinst. „Knochen abknabbern?“. „Natürlich, mit dem Messer geht das doch gar nicht richtig. “

Also knabbern wir fröhlich an unseren Knochen herum, trinken Wein aus Wassergläsern und reden über Essen …

Dieser Blog ist ein Plädoyer fürs hemmungslose Schlemmen!  Und deshalb gibt es hier jetzt – immer mal wieder – Geschichten übers Schlemmen an sich, über Orte, an denen es sich gut schlemmen lässt und über Weine, die gut zum Schlemmen passen.

Also: schlemmt!

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