„Eindeutig, ganz eindeutig links“.
„Das versteht sich doch von selbst, da schmeckt man doch förmlich diesen schweren Boden, wenig Säure, voll, robust und kräftig im Geschmack, also für mich ist das ein St-Estèphe“.
„Dann schließen wir doch mal aus. Kein Calon-Ségur für mich. Oder doch? Nein.“
„Könnte das ein Montrose sein? Nein, nein, ich schließe Montrose aus“.
Und ich bin bei Dialogen dieser Art raus. Das überlasse ich den echten Experten, Menschen, die sich professionell oder zumindest semi-professionell mit Wein beschäftigen.
Ich will Wein anders erleben. Weniger Fachsimpelei, weniger Wettkampf. ( „Ich wusste es doch, hab ich nicht vorhin schon gesagt, dass es ein Paulliac ist? “ ) Dafür mehr Zeit zum riechen, schmecken, schlürfen, zum darauf rumkauen. Der Wein ist der Star. Er ist der schöne Unbekannte, den es zu erkennen gilt. Ihn wollen wir ergründen und genießen. Und am Ende etwas über ihn und andere Weine seiner Art lernen.
Gesagt, getan! Gemeinsam mit drei Mitstreiterinnen schaue ich nun regelmäßig ganz tief ins Glas. Gemeinsam erschnüffeln und erschlürfen wir die Geheimnisse des vergorenen Traubensaftes und haben dabei ganz viel Spaß.
Vier Frauen, vier Weine. Die Erfahrungsberichte einer önophilen Schlemmerrunde. Jetzt zu lesen hier unter der Rubrik „Learning by Drinking“.